Samstag, 21. April 2018

[Rezension] Nachtwild - Gin Phillips



Es ist ein herrlicher Tag und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – da hört sie plötzlich Schüsse. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen. Sie weiß nicht, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als weitere Schüsse fallen, flüchtet sie mit Lincoln in ein leer stehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein. Sie muss Entscheidungen treffen und Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätte.
(Bild- und Textquelle: dtv premium


Beinahe wöchentlich sprudeln die Medien über mit Berichterstattungen zu Amokläufen. Eigentlich will man das ja alles gar nicht mehr sehen, aber die Menschen können einfach nicht anders als bei Tragödien ganz genau hinschauen zu wollen.

Dieses Buch hätte nicht nur die Sensationsgeilheit der Menschen etwas stillen können, es hätte sie auch zum Nachdenken bringen können, denn das Thema Waffengewalt ist mit der "March for Our Lives" Bewegung besonders in Amerika, wo das Buch spielt, so präsent wie nie zuvor.

Das Buch fängt gut an. Der Leser wiegt sich an einem schönen Tag im Zoo in Sicherheit und Geborgenheit und sitzt auf heißen Kohlen und erwartet den Verlust des Urvertrauens in die Menschheit und den Kampf um Leben von Mutter und Sohn.

Und sofort stellte ich den ersten großen Knackpunkt für mich fest: die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin erzählt und diese schweift mit ihren Gedanken einfach unheimlich viel ab. Unter diesen Gedanken sind dabei relativ wenig Ängste um ihren Sohn und sich selbst zu finden, sie findet sich eher in Metaphern und Vergangenheitserinnerungen wieder. Dadurch wurde ich regelmäßig aus der Spannung genommen.

Da der Roman nur an einem einzigen Abend spielt, kann ich verstehen, dass Seiten gefüllt werden wollen, aber mir wäre ein kürzerer Roman lieber gewesen, wenn Ängste besser hervorgekommen wären. Joan und ihr Sohn verstecken sich einen Großteil des Romans über, was Sinn macht, aber leider nicht sonderlich spannend ist. In diesen ausharrenden Momenten hätte ich lieber eine stärkere Bindung zwischen Mutter und Kind miterlebt, als nur Joans Gedanken zu anderen Dingen.


Der Sohn ist für sein Alter von 4/5 Jahren schon sehr reif und er verhält sich fast mustergültig. Bis auf die Tatsache, dass er einmal sehr hungrig war, hat er sich fast nie beschwert, nie gemurrt und immer lieb gemacht was die Mama von ihm wollte.
Und die Mama, die macht Dinge, die nicht ganz nachvollziehbar sind und einen den Kopf schütteln lassen.


Dadurch, dass die beiden den Großteil der Geschichte alleine sind, gibt es auch nur wenig Konversation. Im Laufe der Geschichte finden sie zwei weitere Überlebende und der Austausch mit diesen gehört zu meinem Lieblingsteil im Buch. Endlich kam etwas Spannung für mich auf und durch den Teenager und die Rentnerin verspürte ich endlich etwas Panik.

Um noch etwas Positives zu erwähnen: der Schreibstil war wirklich gut. Die Sätze waren kurz und sehr flüssig zu lesen und nur ausufernde Gedankengänge habe ich etwas überfliegend gelesen.

Das Ende kam total übereilt und lässt den Leser mit viel zu vielen Fragen zurück. Was waren die wirklichen Beweggründe für den Amoklauf? Was wurde aus Person A,B, C?  Ich schlug das Buch zu und fragte mich nur: "Das war's?" 



Ich sage es mal ganz hart: den Großteil der Geschichte war es mir relativ egal ob Mutter und Sohn aus dem Zoo entkommen, denn die Emotionen, die Spannung und die Urangst sein Kind zu verlieren, kommen einfach viel zu kurz.
Das Buch hat so ein aktuelles Thema als Grundlage und hätte so bewegend und spannend sein können, das war es aber leider gar nicht.


Donnerstag, 19. April 2018

[Gewinnspiel] Nachträgliches Geburtstagsgewinnspiel


Hallo ihr Lieben,


am 3.4. wurde mein Blog 5 Jahre alt! 
(Yay ... eine Runde Applaus für Durchhaltevermögen)

Und ich habe seit einiger Zeit ein paar Bücher für Euch hier zu Hause rumschwirren, aber da es ja Ende letzten Monat erst das Messe-Gewinnspiel gab, wollte ich noch etwas warten und feiere nun etwas verspätet mit Euch.

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Zu gewinnen gibt es (inklusive Goodies):

Emilia von C.M. Spoerri (neu und signiert!)
Partys. Reisen. Flirten. Das bestimmt den Alltag von Emilia dos Santos – bis sie vom plötzlichen Tod ihrer Eltern erfährt. Mit einem Mal ist ihr sorgloses Leben vorbei. Sie soll nach alter Familientradition das Weingut im Napa Valley weiterführen und sieht sich damit einer Verantwortung gegenüber, der sie sich nicht gewachsen fühlt. Ganz und gar nicht. Da hilft es auch wenig, dass ihr Jugendfreund Alejandro wieder auftaucht und sie unterstützen will. Denn seine Nähe verwirrt und verunsichert Emilia nicht nur, sondern stellt sie zusätzlich vor die unangenehme Aufgabe, ihren bisherigen Lebensstil zu hinterfragen ...
(Quelle: Sternensand Verlag)


Conversion von C.M. Spoerri und Jasmin Romana Welsch (neu und signiert!)
Skya: »Ich bin Skya und lebe auf der Insel Diés. Mein Volk ist äußerst intelligent und wir beten die Göttin Solaris an, die uns tagsüber ihre Gabe leiht. Dann gibt es noch diese gehirnlosen Muskelpakete, die auf der Nachbarsinsel Nox leben und deren Kräfte nachts von ihrem Gott Lunos verstärkt werden ...«
Zero: »Was willst du damit sagen, Prinzessin?«
Skya: »Unterbrich mich nicht. Ich versuche gerade, den Lesern zu erklären, wie unsere Welt funktioniert.«
Zero: »Du meinst wohl eher: unsere beiden Inseln.«
Skya: »Dieser Besserwisser hier ist übrigens Zero, der selbstverliebte Anführer der Nox. Aber immerhin hilft er mir, meine Freundin Mona vor den Diés zu verstecken.«
Zero: »Mhm. Aber nur, weil mein dämlicher Bruder sich mit deiner Freundin eingelassen und sie geschwängert hat!«
Skya: »Wir müssen jetzt zusammenarbeiten und versuchen, die Schwangerschaft vor den Ältesten geheim zu halten. Ansonsten droht uns allen die Todesstrafe – wir dürfen untereinander keinen Kontakt haben. Und schon gar keine Kinder zeugen, weil Mona ... sie wird bei der Geburt wahrscheinlich sterben ...«
(Quelle: Sternensand Verlag)


Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis (neu!)
Sommer in Montana, darauf hat Hope so gar keine Lust. Aber gegen ihre resolute Mutter kann sich die 16-Jährige einfach nicht durchsetzen. Und hier, mitten im Nirgendwo, auf einer einsamen Pferderanch begegnet sie Cal, der ihr Leben für immer verändern wird.
Montana 1867, die 16-jährige Emily ist auf dem Weg zu ihrem Ehemann, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Kutsche, in der sie unterwegs ist, verunglückt und als einzige Überlebende wird sie von Nate gerettet - einem Halbindianer, der ihr zeigt, was Leben und Freiheit bedeutet. 
(Quelle: Carlsen)


Das müsst ihr tun:

Frage in den Kommentaren beantworten: Welches Buch möchtest du gewinnen und warum? (Man kann sich auf alle Bücher bewerben, aber nur eins gewinnen.)
 
Leser meines Blogs sein oder werden.
Wer von mir benachrichtigt werden will, kann eine E-Mail-Adresse hinterlassen.
Für ein zweites und drittes Los kann auf Facebook (https://www.facebook.com/sophieslittlebookcorner) und/oder Instagram (https://www.instagram.com/sophieslittlebookcorner/) zusätzlich teilgenommen werden.


Bedingungen und Beachtungen:
Das Gewinnspiel geht bis zum 30. April, danach veröffentliche ich die Gewinner hier unter diesem Post. Wer eine E-Mail Adresse angibt, wird von mir kontaktiert. Nach 7 Tagen ohne Antwort lose ich erneut aus.
18 Jahre alt sein oder Erlaubnis der Eltern haben.
Wohnsitz in Deutschland oder zusätzliche Portokosten selbst tragen.
Ich übernehme keine Haftung für Verlust auf dem Postweg.
Gewinn ist nicht bar auszahlbar.
 
 

Mittwoch, 18. April 2018

[Rezension] Liebe wird aus Mut gemacht - Catharina Junk




Ein Roman über den Tod und das Leben - und über das Glück, lieben zu können
Nie wieder Sonnenblumen von Van Gogh an den Wänden. Nie wieder Hähnchen Estragon. Nie wieder Krankenhaus: Nina darf zurück ins Leben stolpern. Aber sie würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Also lieber die Handbremse anziehen: keine Pläne machen, keinen Spaß haben, nicht verlieben. Schon gar nicht in Erik. Doch zum Leben braucht es Mut - und erst recht für die Liebe.
(Bild- und Textquelle: rororo


Nachdem mich Bis zum Himmel und zurück so begeistert hat, habe ich auch Catharina Junks Erstlingswerk begierig gelesen. (Achtung! Liebe wird aus Mut gemacht ist die Taschenbuchausgabe von Auf Null!)

Catharina schreibt Szenen, die wie aus dem Leben gegriffen scheinen. Ihre Krankengeschichte wird nicht beschönigt und romantisiert.
In zwei Zeitebenen erlebt der Leser ihren Kampf gegen den Krebs und ihren Wiedereintritt in das "normale Leben". Nina scheint mir ein recht typisches Beispiel für das Umgehen mit einer Erkrankung zu sein: man nimmt sich selbst nicht zu ernst, ist sarkastisch und stört sich daran, dass die Menschen nur um einen herumtippseln und in Watte packen. Ich fand das sehr angenehm zu lesen, weil es Ninas Leben eben nicht nur trist und voller Selbstmitleid zeigt.
Nina muss man einfach mögen.

Wer beide Bücher von Catharina gelesen hat, wird ein paar Parallelen merken. Nicht in der Handlung, sondern im Geschichtenaufbau. Da wären zum einen die beiden zeitlich versetzen Handlungsstränge, die beste Freundin, die nicht auf den Mund gefallen ist (und wie sehr ich Bahar geliebt habe mit ihrer wilden Entschlossenheit für ihre beste Freundin da zu sein) und dann ist da natürlich noch die Liebesgeschichte.
Erik ist einfach irgendwann da. Er schleicht sich in ihr Herz, ohne dass sie es wirklich merkt. Er übernimmt jedoch nie ihr Gehirn wie das oft in anderen Büchern so ist, in denen der Kerl plötzlich das Einzige ist was zählt. Ich konnte richtig mitfühlen als Nina sich Erik nicht öffnen wollte, denn der Krebs könnte sie ja morgen schon umhauen.
Generell ist das so ein Schutzmechanismus von ihr: bloß niemanden an sich heranlassen. Und langsam, ganz langsam muss eben auch eine so scheinbar toughe Nina lernen, dass man seine Liebsten (und auch sich selbst) nicht vor allem beschützen kann.
Die Geschichte geht auf und ab, sie ist keine rosarote Wolke. Man erfährt mehr über die Kämpfe von Nina und die der Figuren aus ihrem Umfeld. Am stärksten bewegt haben mich die Geschichte von Ninas kleinem Bruder, der aufgrund der Vernachlässigung der Eltern (die zu sehr auf Ninas Erkrankung fixiert waren) in sich zurückgezogen lebt und in eine nicht ganz koschere Religion abgerutscht ist. Und dann gibt es da noch eine andere Krebspatientin und ihre Geschichte und ihre Beziehung zu ihrem kleinen Sohn haben mich zutiefst bewegt.



 Ninas Geschichte ist kein typisches Beispiel aus dem Sick-Lit Genre und ich kann sie nur Jedem ans Herz legen. Die Geschichte bewegt und bedrückt. Sie beschreibt aber eben nicht den Prozess des Sterbens, sondern des Lebens und wie man wieder in dieses und zu seinem alten Ich zurückfindet.